Der Bär

Sie streichelte das Fell ihres Bären, auf dem Bett sitzend. Was sie die letzten Stunden gehört und gesehen hatte nahm ihr den Atem. Sie konnte nicht klar denken und versuchte ihre Tränen zu schlucken. Ihr kleiner Körper zitterte und ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken. Keiner wusste, dass sie dort sitzt und keiner wusste, was sie gesehen hat. Leise und kaum atmend stand sie auf und näherte sich der Tür. Ihre Angst war zu groß, weshalb sie sich mehrmals überwinden musste nach der Türklinke zu greifen und die Tür langsam zu öffnen. Bevor sie dies tat, lugte sie kurz durchs Schlüsselloch und sah nichts, außer dem leeren Raum, der sich hinter der Tür aufschloss. Sie lauschte für einen Moment und drückte die Klinke langsam runter, ihren Bäre fest umklammernd. Die Tür war abgeschlossen. Sie konnte nicht mehr aus dem Zimmer raus und versuchte mit aller Kraft die Tür aufzuzerren, doch diese bewegte sich nicht.
In Panik geratend sah sie sich im Zimmer um und eilte zum Fenster. Ihr Zimmer lag nicht hoch, doch bei einem unvorteilhaften Fall, würde sie der sofortige Tod ereilen. Sie riss das Fenster auf und stellte sich mit ihren kleinen Füßen auf die Fensterbank. Sie versuchte einen Punkt zu finden, an dem der Aufprall nicht so schmerzhaft sein würde und visierte den kleinen Busch unter dem Fenster an. Ohne zu überlegen sprang sie, noch immer ihren Bären festhaltend und fiel in den Busch hinein. Einige Menschen auf der Straße sahen diesen Sprung und eilten zu ihr. Als sie sie fanden war ihr ganzer Kopf aufgeplatzt und das Blut färbte die Blätter rot. Ihren besten Freund hielt sie noch immer umklammert und...

5.1.15 20:22, kommentieren

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Auf der Tanzfläche

Die Musik wird lauter, ich spüre sie im ganzen Körper. Er fährt mit seinen Finger über meinen Hals. Ich schließe die Augen und lächle. Seine Lippen berühren die meinen. Ich bin wie betrunken und fahre mit meinen Hände über seinen Rücken. Sein Körper drückt sich auf meinen. Er ist ganz behutsam und behandelt mich wie eine Vase, die nicht zerbrechen darf. Mein Herz schlägt schneller und durch unser beider Brust spüre ich auch sein Herz schlagen. Es ist, als würden sie einen Tango tanzen. Ich konzetriere mich wieder auf die Musik.
Unsere verschwitzten Körper bewegen sich zum Rhythmus der Musik und unserer Herzen. Die Tanzenden haben einen Kreis um uns gemacht, wir sind im Mittelpunkt, doch das ist uns nicht wichtig.
Meine Arme um seinen Hals geschlungen, kreise ich meine Hüften parallel zu seinen, ein Bein zwischen seine geklemmt und unsere Oberkörper wie eine Welle bewegend, tanzen wir die ganze Nacht durch. Er hebt mich hoch, meine Brust auf Höhe seines Kopfes lässt er mich langsam seinen Körper hinuntergleiten. Er beginnt meinen Hals zu küssen und alles um uns rum ist schwarz. Es ist, als würden Scheinwerfer nur auf uns gerichtet sein.
Unser Tanz wird ruhiger und wir sind nur noch damit beschäftigt dem anderen mit Küssen unsere Gefühle zu zeigen.
Ich reiße mich los und will gehen, er hat mich zu sehr in seinen Bann gezogen und ich mache mir Sorgen, dass dieser Bann nur für diese Nacht hält, weshalb ich vor einem möglichen Fehler flüchte. Seine Hand ergreift jedoch mein Handgelenk und er zieht mich viel zu schnell zurück, sodass ich die vorherigen Gedanken vergesse. Ich will gehen, er will bleiben und wir wollen einander weiter spüren.
Ich höre Schritte hinter mir, die nicht zum Rhythmus der Musik passen und drehe mich ruckartig um...Da ist keiner, jedoch bin ich dankbar für mein Herumfahren. Ich kann mich von ihm losreißen und verschwinde ohne einen Blick zurück aus der Halle. Die Menschen machen mir Platz und ich fühle, wie sie mir hinterherstarren. Meine Schuhe lassen den großen Flur erhallen und ich laufe schneller, obwohl mir niemand folgt, erhöhe ich mein Tempo und verschwinde in der Damen-Toilette.
Ich verschließe die Kabine und setze mich erschöpft auf den Boden. Plötzliche eine Stimme, die meinen Namen ruft. Er sucht mich und denke, dass er gegangen ist, jedoch sieht er in welcher Kabine ich stecke und klettert über die Kabinenwand zu mir rüber. Ich richte mich auf und schaue ihm tief in die Augen. Sein Lächeln verrät mir nichts. Es könnte bedeuten, dass er sich über meine Aktion amüsiert oder verärgert ist, doch es ist zum Glück ersteres. Ich fahre mir durch die Haare und richte sie ein wenig, ich fühle mich unwohl. Er bemerkt das und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht. Ich ergreife seine Hand und lege sie an meine Wange. Ich beginne sie langsam zu küssen, als eine Art der Entschuldigung für meine Flucht. Er zieht mich an sich und umarmt mich fest. Mein Herz schlägt wieder schneller und ich spüre wieder seine Lippen an meinem Hals, ich werde fast verrückt, denn es fühlt sich so gut an...So gut, dass ich es nicht fassen kann mit diesem Mann verheiratet zu sein.
Wir gehen zurück auf die Tanzfläche und beginnen wieder gemeinsam die Musik und unsere Körper zu spüren.

3.1.15 16:41, kommentieren